Hedge Fonds
Der Australier Alfred Winslow Jones arbeitete 1940 in den USA als Wirtschaftsjournalist. Bei seinen Recherchen fiel ihm auf, dass professionelle Anlageanalysten ihm nicht sagen konnten, ob die Aktienkurse in Zukunft steigen oder fallen würden. Er entwickelte daraufhin ein System, mit dem er unabhängig von der Kursentwicklung Gewinne erzielen konnte. Er gründete eine Firma und suchte Investoren. Seine Strategie bestand im Wesentlichen darin, unterbewertete Aktien zu kaufen und bei steigenden Kursen zu verkaufen. Gut bewertete Aktien dagegen verkaufte er. Das Kuriose dabei: Er besaß diese Aktien gar nicht. Er kaufte sie dann zurück, wenn die Kurse gefallen waren, und gab sie an diejenigen zurück, die sie ihm „geliehen“ hatten. Von den erwirtschafteten Gewinnen behielt Jones 20% als Provision für sich. Der Hedgefonds war erfunden. Die Bezeichnung „hedge“ kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „absichern“.
Strategien der Hedgefonds
Alfred W. Jones’ Geschäftsmodell wurde über die Jahre ergänzt und verfeinert. Wesentliche Merkmale sind die sogenannten Leerverkäufe und der überwiegende Einsatz von Fremdkapital. Es gibt inzwischen sehr viele unterschiedliche Strategien für Hedgefonds und eine Strategie der Hedgefondsmanager besteht darin, nichts darüber zu verraten. Es gibt jedoch einige Grundstrategien:
Long-Short-Equity: Hier handelt es sich um das schon von Alfred W. Jones angewandte Modell, unterbewertete Aktien anzukaufen und später mit Gewinn wieder zu verkaufen und überbewertete Aktien zu verkaufen und anschließend zurückzukaufen, wenn der Kurs gefallen ist.
Arbitrage-Strategie: Bei dieser Strategie werden Kursunterschiede an verschiedenen Finanzplätzen genutzt. Aktien und Wertpapiere werden an einem Ort günstig angekauft und an einem anderen zu höherem Preis wieder verkauft.
Event-Driven Strategie: Bei dieser Methode muss der Fondsmanager den Markt intensiv beobachten, um Ereignisse wie Firmenzusammenschlüsse, Übernahmen und dergleichen frühzeitig festzustellen. Entsprechend trifft er seine Dispositionen. Erfahrungsgemäß steigen die Aktien von Übernahmekandidaten, Aktien von übernehmenden Firmen tendieren eher nach unten, weil sie den Kaufpreis für die Übernahme aufbringen müssen.