Fonds ohne Ausgabeaufschlag
Bei Fonds ohne Ausgabeaufschlag gibt es unterschiedliche Varianten:
Angebote der Investmentgesellschaften
Die Investmentgesellschaften wollen und müssen Geld verdienen. Dabei haben sich folgende Strategien entwickelt:
- Fonds mit Ausgabeaufschlägen und zusätzlichen gemäßigten Verwaltungsgebühren
- Fonds ohne Ausgabeaufschläge dafür aber mit höheren Verwaltungsgebühren
Die Höhe der Gebühren richtet sich immer danach wie hoch der Verwaltungsaufwand sein wird. Üblicherweise schwanken Rentenfonds (festverzinsliche Wertpapiere) weniger stark als Aktienfonds, so dass der Verwaltungsaufwand geringer ausfällt. Die Wertentwicklung der Rentenpapiere hängt von der Zinspolitik und den Währungsschwankungen ab. Werden beispielsweise in einem Land die Leitzinsen angehoben, werden die Kurse der Rentenpapiere sinken. Dies geschieht jedoch nicht über Nacht, so dass ein ständiges Beobachten und schnelles Reagieren nicht notwendig ist. Hieraus ergibt sich als Folge, dass die Verwaltungskosten sinken. Bei aktiv gemanagten Aktienfonds hingegen wird häufig umgeschichtet, was natürlich die Kosten der Verwaltung ansteigen lässt.
Im Ergebnis dürfte es wohl so aussehen, dass Fonds mit Ausgabeaufschlägen und geringeren Verwaltungskosten nicht schlechter abschneiden als Fonds ohne Ausgabeaufschläge aber mit höheren Verwaltungsgebühren.
Rückvergütung der Ausgabeaufschläge
Eine andere Art des Kaufs von Fonds ohne Ausgabeaufschläge ist der Kauf über Direktbanken und freie Fondsvermittler. Diese haben das Recht, auf die ihnen aus den Ausgabeaufschlägen gezahlten Vermittlungsprovisionen ganz oder teilweise zu verzichten. In Verbindung mit Sonderkonditionen ist es dann möglich die Ausgabeaufschläge völlig zu vermeiden und trotzdem von den niedrigeren Verwaltungskosten der Fonds mit Ausgabeaufschlägen zu profitieren.
Kauf der Fonds über die Börse
Viele offene Fonds (das sind Fonds, deren Investitionssumme unbegrenzt ist) werden auch an Börsen gehandelt. Auch hier gibt es dann keine Ausgabeaufschläge sondern sogenannte „Spreads“ (Preisunterschiede) zwischen Ausgabepreis und Rücknahmepreis. Diese Preisunterschiede können zwischen 0,5 Prozent und 2 Prozent betragen. Hinzu kommen dann noch die üblichen An- und Verkaufskosten in einer Größenordnung von bis zu 2 Prozent. Aktuell können noch nicht alle gängigen offenen Fonds über die Börse gekauft und verkauft werden.